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Jagdreiten mit der Niedersachsen-Meute ...
Die Niedersachsen-Meute e.V. pflegt das Jagdreiten hinter einer Foxhound-Hundemeute und führt damit eine jahrhundertealte Tradition fort, die bereits zu Zeiten der Welfenkönige Bestand hatte und nur durch Kriege unterbrochen wurde. Die Schleppjagd hinter der Hundemeute ist ein Sport von ganz eigener Faszination. Hunde, Pferde und Reiter sind dabei in enger Partnerschaft aufeinander angewiesen.
Die Niedersachsen-Meute ist eine von 23 Meuten, die der Deutschen Schleppjagdvereinigung im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband e.V. (DRFV) angehören. Sie hat zur Zeit drei Master: Constanze Stahlberg, geborene von Loesch, Egbert von Schultzendorff und Camill Frhr. von Dungern, Schwiegersöhne des Gründers Christian von Loesch. Im November 1951 wurde die Niedersachsen-Meute von Christian von Loesch neu aufgestellt. Den Grundstock bildeten 2 Welpen der Meute der Kavallerie-Schule Hannover sowie Hunde der Verdener und der Paderborner Meute. Heute leben rund 40 Hündinnen und Rüden im Meutezwinger in Dorfmark (an der A7 zwischen Bad Fallingbostel und Soltau).
Bei der Jagd wird die Meute durch den Master geführt. Ihm zur Seite stehen die Pikeure. Die Equipage, also der Master und die Pikeure, haben die Aufgabe, die Hunde zu führen, zusammen zu halten und auf die richtige Fährte zu bringen, bzw. sie davon abzuhalten, falsche Fährten zu benutzen. Bei der in Deutschland üblichen Schleppjagd wird kein Wild mehr gejagt, sondern die Hunde folgen einer künstlichen Fährte, die durch Reiter gelegt wird. Am Sattel des Schleppenreiters befindet sich ein Kanister, aus dem eine Flüssigkeit, z.B. verdünntes Anisöl, auf die Erde tropft. Die Hunde folgen dieser künstlichen Fährte, die Reiter folgen ihnen und überwinden dabei auch Sprünge und Hindernisse im Gelände. Am Ziel wird das Halali geblasen, und die Meute erhält ihre wohlverdiente Belohnung, das „Curée“.
Während des Jahres und vor allem in der Jagdsaison, zwischen Ende August und Anfang Dezember, nimmt die Niedersachsen-Meute an rund 50 bis 60 Jagden und jagdlichen Veranstaltungen in ganz Norddeutschland und den benachbarten Bundesländern teil. Die Niedersachen-Meute führt in ihrem Übungsgelände in Dorfmark regelmäßig Lehrgänge für Pferd und Reiter durch. Im Sommer findet seit Jahrzehnten traditionell der beliebte Jugendlehrgang statt, der sich eine Woche lang dem reiterlichen Nachwuchs der Meute widmet, denn die Jugendarbeit wird in diesem Verein, dem manche Mitglieder bereits in der vierten Generation angehören, sehr engagiert gepflegt. Hervorragend betreut wächst der Nachwuchs hier in einer soliden reiterlichen Gemeinschaft mit Werten und Traditionen auf. Die Philosophie der Jagdreiterei formuliert Master Camill von Dungern so: „Bei uns geht es nicht um Ruhm, um Gewinnen. Bei uns geht es um Ankommen, um Gemeinschaft, Fairness, gegenseitige Achtung und Anerkennung, um Füreinandereinstehen“.
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