Jagdordnung 2018-05-18T13:23:36+00:00

Jagdordnung

Ablauf der Jagd

Als Signal zur Vorbereitung für den Beginn der Jagd am Stelldichein wird das „Wecken der Jagdreiter“ geblasen. Nachdem man nun sein Pferd fertig gesattelt zum Stelldichein gebracht hat, sitzt man auf Signal „Aufsitzen“, oder wenn man beobachtet, dass der Jagdherr aufgesessen ist, auf. Nach der Begrüßung mit Signal reiht man sich in die Felder ein, vorausgesetzt, dass man die Signale kennt. Sonst hält man sich an erfahrene Jagdreiter.

Beim Bilden der Felder grüßt man den jeweiligen Feldführer ohne Handschlag: auch der Jagdherr und der Master werden begrüßt. Der Jagdreiter reitet am Stelldichein und an den Stopps nie nahe an die abgelegten oder sich sammelnden Hunde heran, da sonst die Hunde gestört bzw. geschlagen werden können. Wenn die Meute an Pferden vorbeikommt, muss jeder Jagdreiter sein Pferd mit dem Kopf zu den Hunden drehen, damit die fremden Pferde nicht nach den Hunden schlagen. Wenn das Feld vom Stelldichein zur Anlegestelle aufbricht, wird „Aufbruch zur Jagd“ geblasen. Angeritten zur Jagd wird erst, wenn der Jagdleiter bzw. Chef der Equipage bzw. Master „gute Jagd“ ruft, nachdem die Hunde sicher auf der Fährte liegen. Erst dann erklingt das Signal „Gute Jagd“. Am Ende der Jagd wird beim Eintreffen der Reiter „Halali“ geblasen. Dazu hat man den rechten Handschuh auszuziehen (früher zum Ausheben des Wildes nötig). Anschließend werden die Pferde geführt, und man holt sich unaufgefordert einen Bruch beim Jagdherren, Signal „Zu den Brüchen“. Danach stellen sich alle Jagdreiter im Halbbogen um die Hunde. Auf das Signal „Hunderuf“ nehmen die Hunde das Curèe an. Alle männlichen Jagdreiter ziehen dazu ihre Kappe als Dank für die Hunde.

Anschließend wird „Hirschtod“ oder „Sautod“ geblasen, und dann folgt das Signal zum „Ende der Jagd“. Die Jagd klingt aus mit dem „Großen Halali“.

Jadgeinteilung

In folgender Reihenfolge wird geritten:

Schleppe und Equipage

Vorweg reitet der Schlepper mit einem ortskundigen Begleiter. Mit Abstand folgt die Meute und der Master mit 3 Pikören.

Jagdherrenfeld / 1. Feld

Hinter der Equipage reitet der Jagdherr mit seinem ständigen Stellvertreter sowie mindestens einem Feldpikör. Der Abstand zur Equipage darf 4 Pferdelängen nicht überschreiten. Dies ist nötig, da durch das immer enger werdende Gelände die Felder oft nicht mehr breit genug reiten können und so zu wenig von der Arbeit der Hunde sehen. Auch können manche Jagdreiter das Tempo der Meute nicht halten und hängen ab. Aus diesem Grund muss wie in früheren Zeiten ein ständiger stellvertretender Jagdherr links neben dem Jagdherrn reiten, der automatisch ohne Befehl an der Equipage dranbleibt, falls der Jagdherr zurückbleibt. Sollte der stellvertretende oder Vizejagdherr auch zurückbleiben, so sind die Feldpiköre für das Aufschließen an die Equipage verantwortlich. Es ist üblich, dass diese Jagdchargen in solchen Fällen den Jagdherrn grüßend überholen. Das Jagdfeld schließt möglichst breit ohne einen besonderen Feldführer ohne Abstand auf. Durch die breite Führungsspitze von Jagdherr, stellvertretendem Jagdherrn und mindestens einem Feldpikör kann kaum ein pullendes Pferd nach vorn in die Equipage vorstoßen, wenn die Führungsspitze richtig reitet. Das restliche Feld reitet hintereinander. Jeder bleibt auf seiner Position, damit ein „Rennen“ und Pullen und somit Unfälle vermieden werden. Vor allem bei immer wieder plötzlich auftretenden, engen Waldschneisen ist es von großem Vorteil, wenn alle Reiter bereits hintereinander reiten. Dadurch wird ein Aufreiten auf den Vordermann und die Gefahr eines Ausschlagens des Vorderpferdes deutlich reduziert. Das Jagdherrnfeld reitet über den Kurs, in dem kein Hindernis zu umgehen ist und deshalb alle Hindernisse gesprungen werden.

Der Jagdherr muss oft oder dauernd seinen Platz verlassen, um zu sehen, ob seine Jagdgäste sich in den Feldern wohlfühlen. Er wird automatisch von dem stellvertretenden Jagdherrn abgelöst. Ein weiterer Feldpikör muss ohne festen Platz im Feld reiten und für Ordnung sorgen. Er muss den Gästen helfen zurechtzukommen und diese notfalls in ein anderes Feld bringen.

 Leicht springendes Feld

Führung von einem Feldführer und 2 Feldpikören jeweils zum nächsten Halt sucht. Im leicht springenden Feld, reiten Reiter mit weniger Erfahrung und / oder jungen Pferden in „Reih und Glied“ hintereinander. Das leicht springende Feld reitet nur über die leichten Sprünge und hin und wieder eine leicht verkürzte Strecke. Dabei darf um die schweren Hindernisse nicht herumgeritten werden, weil dies schlecht ist für die Erziehung von Reiter und Pferd und somit böse Unfälle und ein Chaos vor den Sprüngen vermieden werden. Das Feld wird von einem Feldführer und 2 schließenden Feldpikören geführt. Die Landschaft macht es manchmal möglich, dass im Wiesengelände dieses Feld parallel zum Jagdherrenfeld und Hauptfeld direkt über leichtere Hindernisse gehen kann. Die Reiter sehen dann mehr von den Hunden.

Nichtspringendes Feld

Ein weiteres Feld springt gar nicht, reitet auf Wegen zu den übersichtlichen Punkten der Jagd. Der wesentliche Moment bei diesem Feld ist es, die Meute im Jagdtempo auf der Hauptstrecke zu verfolgen und bei der Jagd teilweise durch eine abgekürzte Strecke zu beobachten.

Genießerfeld

Das Genießerfeld reitet eine verkürzte Strecke, ein langsameres Tempo und wird im Schritt, Trab und Galopp an Stellen geführt, an denen die Meutearbeit stehend oder im langsamen Tempo beobachtet werden kann.

Wie erkennt man die Jagdchargen?

  • Jagdherr: weiß-schwarz-weiße Binde
  • stellvertretender Jagdherr: schwarz-weiß-schwarze Binde
  • Jagdleiter bzw. Chef der Equipage bzw. Master: weiße Binde
  • Feldpikör: grüne Binde oder Binde mit eingesticktem Vereinsabzeichen. Diese Binde wird bei manchen Vereinen an bewährte Feldpiköre und Feldführer auf
  • Lebenszeit verliehen. Besonders berühmt war früher die weiß-schwarze Binde der Kavallerieschule, die an bewährte Feldpiköre nach einigen Jahren verliehen wurde.
  • Feldführer: Binde wie Piköre
  • schließende Feldpiköre: rote Binde
  • eingeteilte Piköre der Meute: Hetzpeitsche mit Schlag und grüne Binde
  • nicht eingeteilte Piköre der Meute: Hetzpeitsche mit aufgewickeltem Schlag
  • Zuschauerführung: gelbe Binde und gelbe Flagge

Alle Armbinden werden am linken Oberarm getragen; nur der Jagdleiter bzw. Chef der Equipage bzw. Master trägt die weiße Binde am rechten Oberarm. Das Schwarze an den Binden des Jagdherrn bzw. stellvertretenden Jagdherrn kann durch die jeweilige Vereinsfarbe ersetzt werden. Alle Armbinden dürfen nur getragen werden, wenn der betreffende eine Funktion ausübt. Als Gast darf man nur auf Lebenszeit verliehene Pikörbinden tragen.